Am vergangenen Dienstag ging das Seminarjahr im Freiburg-Seminar offiziell mit der traditionellen Abschlussveranstaltung zu Ende. Dieses Jahr stellten zwei Physik-AGs ihre Arbeit vor, die während des Jahres spannendes Neuland betreten hatten: In Kooperation mit dem Fraunhofer Institut für Physikalische Messtechnik in Freiburg, das an diesem Abend durch Herr Dr. Fratz vertreten wurde, entwickeln die Schülerinnen und Schüler ein digital-holographisches Mikroskop. Solche Geräte kosten bisher viele tausend Euro und sind somit für Privatleute und v.a. Schulen unerschwinglich. Das Ziel des Projektes ist es nun, einen Bausatz zu entwickeln, mit dem sich ein handelsübliches KOSMOS-Mikroskop für unter 200 Euro entsprechend aufrüsten lässt.

Die Schülerinnen und Schüler der beiden beteiligten Physik-AGs hatten sich in verschiedene Arbeitsgruppen aufgeteilt, um die vielfältigen und komplexen Aufgaben besser bewältigen zu können. Wie man sich in so einer großen Gruppe organisiert und wie man Projekte plant, hatten sie mit Hilfe der TheoPrax-Methode gelernt, die vom Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie entwickelt wurde. Frau Parrisius vertrat als Leiterin des TheoPrax-Zentrums ihr Institut und verlieh den Schülerinnen und Schüler am Ende auch ihre TheoPrax-Zertifikate.

Im Rahmen des Vortrags stellten die einzelnen Projektgruppen ihre jeweiligen Fortschritte vor. So zeigte die Raspberry-Pi Gruppe, dass sie bereits erste Interferenzbilder aufnehmen können. Die Mikroskop-Gruppe demonstrierte, wie sich der geplante Aufbau des Mikroskops im Laufe der Monate verändert hatte, um den Objektstrahl mit dem notwenigen Laser-Referenzstrahl im korrekten Winkel kombinieren zu können. Die Gruppe „Interferometer“ hatte ihren Messansatz von einem Lego-basierten Interferometer weiter entwickelt zu einem Gerät mit hochwertigeren optischen Elementen, die Herr Prof. Fiederle vom Freiburger Materialforschungszentrum freundlicherweise zur Verfügung gestellt hatte. Schließlich wurde auch schon eine Handreichung entworfen, mit der spätere Benutzer den Bausatz selbst realisieren können sollen. Die Anleitung wurde schon einer achten Klasse zum Test vorgelegt, um die Umsetzbarkeit durch Schülerinnen und Schüler zu testen. Bei all diesen praktischen Erfolgen darf man auch die Controlling-Gruppe nicht vergessen, deren anspruchsvolle Aufgabe es war, die Arbeit der anderen Gruppen zu koordinieren und zu prüfen, ob alles nach Plan läuft.

Alle Gruppen haben im Laufe des ersten Projektjahres herausragende Arbeit geleistet, die im gemeinsam geführten Projektwiki dokumentiert wurde. So kann das HolMOS-Projekt (Digital-holographisches Mikroskop for Open Science) auf ein erfolgreiches erstes Jahr zurückblicken. Für das zweite Projektjahr stehen nun in allen Gruppen weitere Verbesserungen und Weiterentwicklungen an. Ein Teil der Schülerinnen und Schüler hat dieses Jahr Abitur gemacht und verlässt daher das Freiburg-Seminar, vierzehn Schülerinnen und Schüler arbeiten zusammen mit einigen Neuen im kommenden Schuljahr weiter.

Wechsel an der Spitze des Freiburg-Seminars

Nach vierzehn Jahren in der Leitung des Freiburg-Seminars für Mathematik und Naturwissenschaften wurde Herr Erens am vergangenen Dienstag bei der Abschlussveranstaltung des Seminarjahres 2016/2017 verabschiedet. Herr Erens scheidet zum 1. August aus dem Leitungsteam des Freiburg-Seminars aus – ab nächstem Schuljahr führen Herr Dr. Eppinger und Herr Kilian die Geschäfte in der Leitung des Freiburg-Seminars weiter.
Herr Erens hat die Entwicklung des Freiburg-Seminar in seiner Amtszeit entscheidend geprägt und durch seine Arbeit u.a. dazu beigetragen, dass das Angebot an Arbeitsgemeinschaften heute deutlich größer ist als zu Beginn seiner Amtszeit. Somit können aktuell pro Schuljahr ca. 250 besonders talentierte und motivierte Schülerinnen und Schüler im Freiburg-Seminar gefördert werden im Gegensatz zu ca. 100 pro Schuljahr zu Beginn seiner Amtszeit. Herr Dr. Epppinger würdigte als zweiter Seminarleiter diese und viele weitere Leistungen von Herrn Erens und verabschiedete sich von seinem Co-Leiter sehr herzlich „mit einem lachenden und einem weinenden Auge“. Lachend deswegen, weil Herr Erens auf eigenen Wunsch in die mathematik-didaktische Forschung und Lehrerausbildung an die Universität Freiburg wechselt – ein Aufgabenfeld, das ihm ebenfalls seit langem am Herzen liegt. Auch der Vorsitzende des Kuratoriums Prof. Schäfer fand sehr positive Worte sowohl für die Arbeit von Herrn Erens als auch, an die anwesenden Schülerinnen und Schüler gewandt, für die Chancen, die ihnen das Freiburg-Seminar bietet.

Somit ging das Seminarjahr 2016/2017 erfolgreich und harmonisch zu Ende. Im Hintergrund laufen bereits die Planungen für das nächste Seminarjahr, das am 21.09.2017 um 17:30 Uhr im Vortragssaal der Richard-Fehrenbach Gewerbeschule eröffnet werden wird.